Legalisierung von Cannabisöl

03.01.2013
Vom 1. Februar bis 15. April 2012 wagte die Bundesregierung ein bis dahin unversuchtes Experiment. Bürger konnten und sollten auf der Internetseite Dialog über Deutschland Vorschläge zur Zukunft Deutschlands einreichen und diskutieren, einen Dialog führen über drei große Themenkomplexe: Wie wollen wir zusammenleben? Wovon wollen wir leben? Wie wollen wir lernen? Insgesamt gingen in den zweieinhalb Monaten ca. 11.000 Vorschläge ein.

Vorschlag zur Legalisierung von Cannabisöl

Einer der Vorschläge in der Rubrik "Wie wollen wir zusammenleben?" stammte von Philipp Juri Antonius Kaeser. Er beschäftigte sich mit der Legalisierung von Cannabis bzw. Cannabisöl für medizinische Zwecke im Kampf gegen Krebs. Kaeser nahm dabei Bezug auf den Kanadier Rick Simpson. Über Simpson kursieren verschiedene sehenswerte Dokumentationen im Internet. Der Mann hat selbst Hanf angebaut und bedürftigen Menschen - vor allem Krebspatienten - zur Verfügung gestellt. Er musste sich dafür auch vor Gericht verantworten und wurde verurteilt.

Der Vorschlag zur Legalisierung von Canabisöl zum Zwecke der Krebsbekämpfung
Der Vorschlag zur Legalisierung von Canabisöl zum Zwecke der Krebsbekämpfung erhielt 3.430 Stimmen.

Pharmaindustrie lässt THC verbieten

Kaeser schildert in seinem Vorschlag - der übrigens 3.430 Stimmen erhielt - die derzeitige Situation von Krebspatienten in Deutschland und die einseitigen Behandlungsmethoden. Letztendlich geht es aber nicht nur um medizinische Fragen, sondern auch um eine Definition von Recht und Gesetz. Cannabis, Cannabisöl und andere THC-haltige Produkte sind in Deutschland - im Gegensatz etwa zu Holland - verboten, und zwar seit 1937. Dass der Anbau und Konsum von Hanf damals weltweit auf Betreiben der chemischen Industrie im allgemeinen und der Pharmaindustrie im speziellen verboten wurde, ist mittlerweile eine Binsenweisheit.

Hanf kann man sich nicht patentieren lassen. Das heißt, damit kann die Pharmabranche kein Geld verdienen. Mit Chemotherapien, Schmerzmitteln und anderen synthetischen Medikamenten dagegen schon. Damit werden weltweit jedes Jahr Milliardengewinne eingefahren. Die positive Wirkung von beispielsweise Chemotherapien gegen Krebs ist im Vergleich zum finanziellen Aufwand und zur negativen Wirkung auf die Gesundheit allerdings verschwindend gering. Und mit dem stetigen Verweis darauf - der allerdings auch durch dauernde Wiederholung nicht richtiger wird - dass Hanf eine gefährliche Droge sei, schafft es die Pharmalobby seit 75 Jahren, Regierungen vom Nachdenken über Gesetzesänderungen abzuhalten.

Des weiteren wird immer wieder gesagt, dass eine positive und heilende Wirkung von Cannabis wissenschaftlich nicht nachgewiesen sei. Wie soll das aber auch passieren, wenn jegliche Beschäftigung mit dem Thema verboten ist und immer noch als Tabu gilt? Die Frage muss erlaubt sein, wie der heutige Stand gerade der Krebsmedizin wäre, wenn die Menschheit auf 75 Jahre Forschung mit Hanf zurückblicken könnte wie in anderen Bereichen der Gesundheitsvorsorge.

Philipp Kaeser stellt in seinem Vorschlag an die Bundesregierung aber noch einen zweiten Aspekt in den Vordergrund: die Würde des Menschen. Und damit auch die Würde des Patienten. Zur Würde gehört auch die Möglichkeit der Wahl. Krebspatienten haben aber keine Wahl. Chemotherapie oder nichts. Hanf - tja, ist leider verboten. Da können wir nichts machen. Kaeser fordert zu Recht ein Ende dieser Manipulationen und der Fremdbestimmung, wie sie die Pharmaindustrie aus Geldgier betreibt.

Forscher und Mediziner arbeiten seit Jahrzehnten an der Problematik Krebs. Bis heute haben sie kaum nennenswerte Erfolge vorzuweisen - weil sie immer wieder den gleichen Weg gehen bzw. weil andere Wege wie die Forschung mit und an Hanf schlichtweg verboten sind. Die Zahl an Krebkranken soll bis 2050 um weitere 30 % steigen. Zeit für ein Umdenken.