Medikamente und ihre Nebenwirkungen

Diese Übersicht zeigt die wichtigsten Wirkungsweisen aber auch die häufigsten Nebenwirkungen der gängigen Medikamente auf, die zur MS-Therapie eingesetzt werden. Falls Sie noch nicht in das Thema Multiple Sklerose eingestiegen sind, empfehlen wird Ihnen, erst mal das allgemeine Kapitel zur Therapie zu lesen. Die hier aufgelisteten Medikamente sind ohne Ausnahme nur gegen Rezept in einer Apotheke erhältlich. Die Auflistung der Nebenwirkungen dient nicht dazu, Sie in Panik zu versetzen, sondern soll umfassend informieren. Lassens Sie sich bei der Auswahl der für Ihre Therapie eingesetzten Arzneimittel bitte von Ihrem Arzt und nicht von dieser Liste der Nebenwirkungen leiten.

Kortison

Kortison (auch Cortison) ist ein Steroidhormon, das in vielen Präparaten verwendet wird, die Entzündungen unterdrückt und das Nervensystem stärken soll.

Mögliche Nebenwirkungen von Kortison

  • Schwindel
  • Schüttelkrämpfe
  • Euphorie
  • Schlaflosigkeit
  • Kopfschmerzen
  • latente Epilepsie
  • Psychosen
  • Depressionen
  • Schlafstörungen
  • Rötung des Gesichts
  • verstärktes Hungergefühl
  • Magen-Darm-Blutung
  • Magengeschwür
  • Bluthochdruck
  • Cushing-Syndrom
  • erhöhter Augeninnendruck
  • allergische Reaktionen
  • Ödeme
  • Zwölffingerdarmgeschwür

Interferon

Das Glykoprotein Interferon wird MS-Patienten in den Hoffnung verabreicht, dass es einige weiße Blutzellen am Eindringen in die Blutgefäße hindert, damit diese gar nicht erst ins Gehirn gelangen und dort an Entzündungen der Markscheide mitwirken können.

Mögliche Nebenwirkungen von Interferon

  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Gelenkschmerzen
  • Müdigkeit
  • Leukopenie
  • Thrombopenie
  • Verschlechterung der Leberfunktion
  • Depressionen
  • Aggression

Glatirameracetat


Copaxone von Teva
Copaxone von Teva

Das von Teva Pharmaceutical Industries Ltd. als Copaxone vertriebene Glatirameracetat ist ein Arzneimittel, dessen Wirkungsweise nicht genau bekannt ist. Es soll einige Entzündungsreaktionen im Zentralnervensystem, die bei MS auftreten, mindern.

Mögliche Nebenwirkungen von Glatirameracetat

  • Brustschmerzen
  • Gesichtsrötung
  • Schwitzen
  • Blutdruckabfall
  • Angstzustände
  • Atemnot
  • Herzklopfen in Folge allergischer Reaktion
  • Einstichstelle kann sich röten und entzünden

Natalizumab

Der Antikörper Natalizumab kommt bei besonders schweren Schüben der MS zum Einsatz. Er blockiert Rezeptoren einiger weißer Blutzellen um deren Wanderung ins Gehirn zu verhindern.

Mögliche Nebenwirkungen von Natalizumab

  • Harnwegsinfektionen
  • Kopfschmerzen
  • Depressionen
  • Müdigkeit
  • Gelenkschmerzen
  • Gliederschmerzen
  • Rachenentzündungen
  • Leberschäden
  • Atemwegsinfektionen
  • Schwindel
  • Übelkeit & Erbrechen
  • Muskelstarre
  • Fieber
  • Progressive multifokale Leukenzephalopathie (PML)
  • allergischer Ausschlag

Immunglobulin

Immunglobuline sind Antikörper. Sie erkennen bestimmte (körperfremde) Zellen und töten diese. In der MS-Therapie werden sie eingesetzt wie andere Therapieansätze wie Beta-Interferone und Glatirameracetat keine Option sind. Die genaue Wirkungsweise ist jedoch nicht bekannt.

Mögliche Nebenwirkungen von Immunglobulin

  • Fieber
  • Muskelschmerzen
  • Thrombosen
  • allergische Reaktionen
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Nierenversagen
  • Durchblutungsstörungen im Gehirn

Azathioprin

Wie genau das Immunsuppressiva Azathioprin auf eine MS-Erkrankung wirkt, ist unklar. Es hemmt die Produktion von Abwehrzellen, die bei Entzündungen in Folge von Multipler Sklerose eine Rolle spielen.

Mögliche Nebenwirkungen von Azathioprin

  • Haarausfall
  • Veränderungen des Blutbildes
  • erhöhtes Infektionsrisiko
  • Durchfall
  • Gewichtsabnahme
  • Übelkeit & Erbrechen
  • Fieber
  • Gelenkschmerzen
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse
  • Leukopenie
  • Leberschäden

Mitoxantron

Mitoxantron hemmt gleich mehrere Botenstoffe und Abwehrzellen und verlangsamt so Entzündungsprozessen.

Mögliche Nebenwirkungen von Mitoxantron

  • Übelkeit & Erbrechen
  • Haarausfall
  • Appetitlosigkeit
  • Schädigung der Schleimhaut
  • Anämie
  • Thrombopenie
  • Leukopenie
  • Neutropenie
  • Atemwegsinfektionen
  • Harnwegsinfektionen
  • Herzschädigung
  • Herzrhythmusstörungen
  • Herzmuskelschaden
  • Durchfall
  • Ausbleiben der Monatsblutung (bei Frauen)
  • Herzschwäche

Cyclophosphamid

Endoxan von Baxter
Endoxan von Baxter

Cyclophosphamid ist ein Oxazaphosphinan und ist im Handel unter dem Namen Endoxan vom Hersteller Baxter bekannt. Es wird aktuell nur experimentell bei der Behandlung von Multipler Sklerose. die Störung der Funktionalität einiger weißer Blutkörper scheint jedoch einen positiven Effekt zu haben.

Mögliche Nebenwirkungen von Cyclophosphamid

  • verminderte Leukozytenzahl
  • Übelkeit & Erbrechen
  • Haarausfall
  • Sterilität
  • Blasenentzündung
  • Thrombozyten
  • Leukozyten
  • Risiko von Infektionen
  • Risiko von bösartige Tumoren

Methotrexat

Methotrexat (kurz MXT) hemmt die MS-typischen Entzündungsprozesse.

Mögliche Nebenwirkungen von Methotrexat

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • gastrointestinale Blutungen
  • Mundschleimhautentzündungen
  • Störungen im Zentralnervensystem
  • Anämie
  • Leukopenie
  • Nierenschädigung
  • Blasenschädigung
  • Schleimhautentzündungen

Ciclosporin A

Ciclosporin A hemmt das Enzym Calcineurin und verhindert so die Produktion einiger Eiweiße, die für Auslösung und Aufrechterhaltung von Immunreaktionen und Entzündungsprozessen benötigt werden.

Mögliche Nebenwirkungen von Ciclosporin A

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Kopfschmerzen
  • Zahnfleischentzündung
  • Müdigkeit
  • Infarkte
  • Nierenstörung
  • Nierenschäden
  • Leberschäden
  • Tumore (bösartig)