Diagnose

Heute wird MS anhand der McDonnald-Kriterien von 2005 diagnostiziert. In der Vergangenheit war es lange Usus Symptome klinisch Einzuschätzen und so die Multiple Sklerose zu diagnostizieren.

Klinische Diagnose

Das primäre Diagnosekriterium ist die Streuung von Entzündungsherden am ZNS. Die Streuung erfolgt bei MS sowohl räumlich als auch zeitlich, das heißt, dass es an verschiedenen Orten zu einer Infektion kommt und die Zahl der Infektion mit Fortschreiten der Krankheit weiter zunimmt. Diese beiden Vorgänge nennt man auch räumliche Dissemination und zeitliche Dissemination.

Bildgebundene Untersuchung

Entzündete und vernarbte Gewebebereiche im Gehirn und im Rückenmark können mit Hilfe von Magnetresonanztomografie (MRT) sichtbar gemacht werden. Dazu werden Schichtbilder gemacht auf denen ein Kontrastmittel (üblicherweise Gadolinium) deutlich erkennbar ist.

Das MRT ist zwar dank der McDonald Kriterien nicht zwingend erforderlich, jedoch speziell für die frühe Entdeckung sehr nützlich.

Laborchemische Untersuchung

Blutuntersuchung

Die üblichen Entzündungsfolgen (die Anzahl der weißen Blutkörperchen, die Blutsenkungsgeschwindigkeit und das C-reaktive Protein) sind bei MS nicht zwangsläufig erhört, teils nicht mal während eines akuten Schubes.

Ebenfalls umstritten sind Verfahren zur Serumbestimmung bestimmter Antikörper.

Liquordiagnostik

Anders als im Blut gibt es im Liquor cerebrospinalis, der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit, pathologische Befunde, die eine Diagnose zulassen (und zwar bei 95% aller Patienten). Daher ist es üblich bei Verdacht auf Multiple Sklerose eine Lumbalpunktion durchzuführen

Differenzialdiagnose

Bei der Differenzialdiagnose geht es darum, die MS gegen andere Erkrankungen abzugrenzen und eindeutige Unterscheidungsmerkmale zu finden. Mögliche Verwechslungen können mit diversen infektiösen und chronisch-entzündlichen Krankheiten auftreten. Ebenfalls wichtig ist das Ausschließen einer Stoffwechselstörung mit ähnlichem Symptomen.